Selbstliebe und die Veränderung meines Lebens

Weil mein Post bei Instagram gut ankam und ich viele Anfragen erhielt, hab ich mich entschlossen einen kleinen Beitrag zu schreiben.
Auch wenn ich einen großen Erfolg hatte, ist das hier eine große Überwindung für mich.
Ich habe nach keinem Buch gelebt, mit keinem Team gearbeitet! Alles, was ich erreicht habe, habe ich mir selbstbeigebracht……. Vielleicht half mir auch mein Abschluss an einer Berufsfachschule für Gesundheit und Ernährung….

Meine Geschichte – Jetzt zeige ich es euch!
Es reicht!, dachte ich mir Ende Februar 2010! Es musste eine Veränderung her! Es machte endlich klick! So geht es nicht mehr weiter! Mein ganzes Leben war ich der kleine rollende Panzer- die kleine dicke, fette Gina! Kinder in der Schule können echt fies sein! Glaubt mir!20140720_122827
Wie soll man sich da anfangen selbst zu lieben ?! Ich frage mich bis heute, ob eine Selbstliebe als übergewichtiges Kind oder später als Frau überhaupt möglich ist?!, wenn man ständigem ,,Mobbing,, ausgesetzt ist.

Nun war es endlich soweit. Ich wollte es allen zeigen. Mein Startgewicht 126,8 kg. Ich war selbst schockiert aber nun gut. Am 01. März 2010 ging es dann los.
Alles was dick machen konnte, wanderte in den Müll! Schande über mein Haupt!
Wahrscheinlich vermisst mich bis heute der Pizzaonkel, den ich bis dato täglich anrief und die XL Pizza plus 1 Liter Cola bestellte.
Eine nette Arbeitskollegin gab mir einen Tipp und ich ließ mir Tropfen von meinem Hausarzt verschreiben, die man erst ab einem BMI von über 42 bekam. Diese Tropfen waren eine Wunderpille, jedoch möchte ich sie hier nicht namentlich erwähnen. Sie waren sehr heftig. Hunger hatte ich keinen und zum Trinken musste ich mich zwingen. Ich informierte mich nochmal genauer über diese seltsamen Tropfen und erfuhr, dass sie sehr viele Amphitamine beinhalteten. Kein Wunder also, dass ich das ständige Gefühl hatte auf Drogen zu sein! Schluss damit. Nur eine Woche später wanderte das Zeug in den Müll. Es musste auch anders gehen!

Was esse ich bloß? – Der Einkauf  und die Zeit
Ab jetzt musste die tägliche Pizza, die Tüte Haribo, Schokolade und der Liter Cola auf mich verzichten! Ja, so war es! Unglaublich (lecker) aber wahr.
Ab sofort fand man nur noch Gesundes bei mir! Viel Gemüse, Butter (ja! Butter), Schwarzbrot…… Der Einkauf dauerte doppelt so lang. Alles wurde verglichen und genau studiert. Man war nun viel bedachter mit den Lebensmitteln, die man kaufte und zu sich nahm.
Ich aß nur noch bis Mittags Kohlenhydrate. Also gabs morgens ein ausgiebiges Frühstück mit 1 bis 2 Scheiben Schwarzbrot, fettarmen Aufschnitt wie z.B. Quark, Pute, Käse etc., mit Gurke oder Tomate und Kaffee. Ich trank zu dem ca. 3-4 Liter Wasser. Die Pfunde purzelten. Am Abend gab es meist Salat mit Pute oder Fisch.
Da ich zu der Zeit sehr viel arbeitete, blieb das große und vielseitige Kochen aus. Ich fand meinen eigenen Weg! Der Weg war radikal und nicht immer leicht.
Der erste Monat war um und ich verlierte unfassbare 16 kg. Mein Arzt sagte mir, dass es überwiegend Wasser gewesen sei. So hatte ich auch gleich eine andere Schuhgröße und auch die erste neue Hose musste her…..

Weiter geht´s – das nächste Ziel
Jedes Kilo brachte Motivation! Ich will mehr! Mein erstes Ziel waren erstmal 100 kg. Unglaublich schnell war das Ziel erreicht. 2. neue Hose, 3. neue Hose……. Ach ich trag Strumpfhose und Kleid dachte ich mir dann……..
Natürlich war nun mein nächstes Ziel 80 Kg. Weiter ging es wie immer. Eisern verzichtete ich auf Alkohol und auf alles andere Leckere. 1 Schokoringel am Tag gönnte ich mir allerdings, damit ich die Glücksgefühle trotzdem bekam und die Fressattacke verhinderte. Gott sei Dank arbeitete ich zu dem Zeitpunkt sehr viel, sodass ich gar nicht dazu kam mal auf den Dom, in eine Bar oder zum Grillen zu gehen… vielleicht schottete ich mich auch ein wenig ab – Im Wahn endlich schlank zu sein und mich selbst endlich zu lieben!
So schnell konnte ich gar nicht schauen, da war schon Oktober. Die Waage sagte mir 50 kg weniger und mein Körper, dass er erstmal keine Lust mehr habe! Alles kam irgendwie schneller als gedacht, ohne dass ich es so wollte.
Hallo neues Leben!

126,8 kg minus 50 kg – aber was nun ?
Mein Körper hatte nun keine Lust mehr. Die Waage stand still. Wie gut, dass eine Freundin von mir Ernährungsberaterin war….. Sie riet mir nun viel Eiweiß zu mir zu nehmen. Da ich kein Problem mit Eiern hatte, aß ich teilweise  6-8 Eier am Tag. Egal, ob gekocht, als Spiegel- oder Rührei. Als Küstenkind aß ich dazu noch sehr viel Fisch. Weiter ging es also. Ich verlor immer wieder noch ein Kilo. Meine Motivation wuchs wieder.

Die Außenwelt, die Motivation und ich
Mit jedem Kilo bekam ich Zuspruch und Begeisterung. Es war ein tolles Gefühl! Aber konnte ich mich schon selbst lieben? Mitlerweile hatte ich ein Idealgewicht von ca. 65 kg. Die Außenwelt nahm mich nun anders wahr. Als Dicker Mensch hat man es nicht leicht. Oft bedeutet Dick gleich Ungepflegt. Als dickem Menschen hält dir niemand die Tür auf oder ähnliches. Zumindest war das mein Gefühl! Das Shoppen war schwer, denn wer hat schon moderne Jeans in Größe 48 bis 52 ?! Nun war es allerdings noch schwerer, weil ich auf einmal überall einkaufen konnte. Ich musste mich erstmal selbst entdecken! Was war überhaupt mein Stil. Wer bin ich ?
Aber nun war ich schlank, entsprach der Norm und zack war jeder auf einmal zuvorkommend und nett. Die Menschen sind schon echt oberflächlich!
Leute, die mich in der Heimat in der Schule gemobbt haben, grüßten mich auf einmal. Am liebsten hätte ich ihnen den Mittelfinger gezeigt!

Das unnötige nächste Ziel und was war eigentlich mit mir passiert!?
Nachdem ich eigentlich ein Idealgewicht hatte, wuchsen meine Ziele trotzdem. Ich verlor erschreckenderweise mein Selbstbild. Im Spiegel war eine schlanke Frau, ich sah allerdings einen Elefanten. Weiter und weiter musste es gehen. ………PicsArt_1389163652327
Es dauerte ein wenig bis ich selbst die wirkliche Gina erkannte und mich anfangen konnte zu lieben. Gesunde 10 Kilo mehr, war ich dann da, wo ich immer hinwollte!
Fazit
Abnehmen ist gut und wichtig, wenn man so viel, wie ich drauf hat. Aber sucht euch schnell genug Hilfe und geht den Weg am Ende nicht allein!

Jeder der abnimmt, muss am Ende begreifen, dass man nie wieder so wie vorher leben kann! Heute lebe ich gesund und esse einfach nur noch die hälfte…..
Vor ca. 2 Jahren habe ich das Intervallfasten für mich entdeckt. So kann ich noch leichter mein Gewicht halten und fühle mich dabei sehr wohl. Das kann ich jedem nur empfehlen. Dazu aber irgendwann mehr.

Vor kurzem habe ich bei @gedankenkessel2.0 bei Instagram dazu ein Interview gegeben. Ihr findet das Interview in ihren Highlight unter SELBSTLIEBE 3.
In ihrer Interviewreihe Selbstliebe geht es um Selbstliebe – glücklich leben mit Übergewicht, Depressionen – lasst uns drüber sprechen und um meine Geschichte – ich kann mich nicht lieben

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr es euch mal anschaut.

Wer Tipps haben möchte, darf mir gern schreiben…….

Gina

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9 Kommentare zu „Selbstliebe und die Veränderung meines Lebens

  1. Moin Gina, wow Du lässt uns hier ganz schon tief in Deine Seele. Hut ab, für Deine Veränderung. Durchhalten ist dann auch noch mal ziemlich hart. Du kannst mega stolz auf Dich sein. Liebe Grüße Jana

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  2. Hallo Gina,

    Da hast Du ja wirklich ein wahnsinniges Projekt hinter dir! Dazu gehört ganz schön viel Willenskraft und Durchhaltevermögen!
    Ich ziehe den Hut vor Dir!
    Stelle ich mir echt nicht einfach vor, nach dieser Aktion wieder ein gesundes Verhältnis zum Thema Nahrung zu entwickeln.

    Ganz liebe Grüße,
    Sabrina

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  3. Liebe Gina, das ist so unfassbar witzig zu lesen und andererseits so unfassbar krass, was du geschafft hast! Du kannst wirklich stolz auf dich sein. 1. weil du entdeckt hast, dir geht es nicht gut. 2. du den Mut gefasst hast und angefangen hast dich gesund zu ernähren und 3. weil du noch immer jeden Tag daran glaubst und dieses Lebensgefühl inne hälst. =) Einfach klasse! Liebe Grüße Lisa

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  4. Hey Gina,
    Ich finde es toll, wie mutig du bist uns deine Geschichte zu erzählen.
    Und das Gewicht ist etwas, das man selbst beeinflussen kann. Ich finde es toll, dass du es geschafft hast.
    Aber schon krass, wie stark sich die Reaktionen der Menschen verändern. Und irgendwie auch traurig, dass man als ’schöner‘ Menschen leichter voran kommt.
    Ich wünsche dir alles Liebe,
    Alexa

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  5. Liebe Gina,

    ein wahnsinniges Lob an deinen Mut und deine Offenheit, dass du dieses Thema so ehrlich ansprichst! Du hast da eine Glanzleistung hingelegt! Hochachtung!

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